Nui

Nui

'Nui' ® TM 003282035 - Vaccinium corymbosum (Northern Highbush, NZ 1989) , Pedigree: 'Ashworth' x ('Bluecrop' x 'Earliblue')

1. Wuchs

1,20 m - 1,60 m, gedrungener, knorriger Wuchs im Vergleich zu Standardsorten mit Trieben, die eher horizontal als vertikal wachsen.

2. Reifezeit

Ab 10. Juli, etwa 10 Tage nach Duke, 7 Tage nach Reka, 7-10 Tage vor 'Bluecrop'. Nach warmen Wintern kann sich die Reifezeit deutlich verfrühen und sogar vor Reka liegen. 3 Pflückdurchgänge.

3. Ertrag

Mittelmäßiger bis hoher Ertrag, sehr abhängig vom Standort. Die Früchte befinden sich auch im Inneren des Busches, wobei die Sicht auf die Beeren durch die dichte Belaubung beeinträchtigt wird.

4. Fruchtqualität

Aussehen

Attraktiv, sehr groß (bis 3,5 g/Beere, bis 25 mm Ø), hellblau mit starker Bereifung. Etwas platt und in 5-Eck-Form, bedingt durch das Heranreifen in festen Trauben. Große Calyx (Kelchgrube), daher anfälliger für Spinnennestbefall. Die Stiele halten fester als bei anderen Sorten, was bei Akkord-Pflücken zu einem erhöhten Stängelanteil führt.

Geschmack

Sehr guter frischer, säuerlicher Geschmack, wenn die Vollreife abgewartet wird, ansonsten schmeckt sie eher sauer. Möglichst nicht in der Nähe von Windschutzpflanzungen setzen, da sich die Schattierung nachteilig auf den Zuckergehalt in der Frucht auswirkt. Die Hangzeit (stabiles Wetter vorausgesetzt) kann ausgedehnt werden, ohne dass Nui schnell an Qualität oder Geschmack verliert. Betriebswirtschaftlich ist allerdings sinnvoll, die früh reifenden Sorten zügig zu vermarkten.

Lagerfähigkeit

Feste Beere, gute Lager- und Transportfähigkeit, gekühlt 2 - 3 Wochen haltbar, stabile Wetterlage und rechtzeitige Ernte vorausgesetzt. CA-Lagerung möglich, allerdings betriebswirtschaftlich wegen der frühen Reifezeit nicht sinnvoll.

Krankheitstoleranz

Bei klimatischem Befallsdruck (lang anhaltende Niederschläge, feucht-warme Witterung) und fehlendem Schnitt stark anfällig für Anthraknose und Botrytis. Daher möglichst gut belüftete Standorte auswählen und ein sorgfältiges Schnitt- und Pflanzenschutzmanagement durchführen

Sonstiges

'Nui' enthält relativ wenig Saat bei gleichzeitig sehr guter Fruchtgröße. Selbst in Jahren mit extrem schwacher Bestäubungsleistung ist keine Beeinträchtigung der Fruchtgröße zu sehen. Nui ist in hohem Maße selbstfruchtbar und benötigt keine Befruchtersorte. 'Nui' gehört zu den TOP 10 der Sorten mit hohem Anthocyanin-Gehalt, was auf hohe antioxidantische Kapazität schließen lässt.

5. Ernte

Vorsichtige Handpflücke. Die Beeren hängen sehr locker, so dass sie leicht auf die Erde fallen und oftmals die Stiele halten. Dennoch sehr hohe Pflückleistung (ca. 10 kg/Std.) aufgrund des Beerengewichtes. Für maschinelle Ernte wegen zu hoher Verluste ungeeignet. Außerdem brechen die Triebe leicht.

6. Verwendung

Wegen der attraktiven großen Frucht ist der Frischmarkt, Gastronomie, Catering, Feinkosthandel, Export, Abhof-Verkauf angesprochen. Die erlesene Fruchtqualität erzielt auf den Märkten absolute Höchstpreise. 'Nui' hat das Potenzial der Vermarktung als Traubenheidelbeere ('on the vine'), wenn man alle Beeren innerhalb einer Traube ausreifen lässt. Dieses ist allerdings nur bei bestem Wetter möglich oder in der geschützten Gewächshauskultur. Wegen der Anfälligkeit für Pilzkrankheiten und des schwachen Wuchses hat sich diese Sorte im Freiland nicht als Standardsorte etabliert, sondern findet überwiegend im Gewächshaus Verwendung. Viele Anbauer nutzen mittlerweile die Technik der Verfrühung unter Folie oder Glas, um ihre Erntezeit auszudehnen.

7. Klima

'Nui' beansprucht wenige Kältestunden im Winter und ist daher die führende Sorte im Gewächshausanbau (auch beheizt). In warmem Klima (z. B. Neuseeland, Südspanien) ist eine Doppelernte durch eine zweite Blüte möglich. Bemerkenswert ist die gleichzeitige Frosthärte, die einen erfolgreichen Anbau z. B. in Norwegen schon seit vielen Jahren ermöglicht. 'Nui' toleriert keine großen Temperaturschwankungen. Bei gelegentlich auftretenden außergewöhnlichen Wetterkonstellationen mit plötzlicher hohen UV-Strahlung und >35 °C Temperatur nach eher kühlen Tagen (<20 °C) kann ein hoher Anteil der vollreifen Beeren am Strauch 'verkochen' und zu beträchtlichen Verlusten führen.

8. Sonstiges

Die mehrjährige Pflanze fällt durch sehr große Blätter und Blüten auf. Die Blüten sind oftmals geschlitzt. Jungpflanzen müssen in den ersten Jahren unbedingt vor Wildfraß geschützt werden, Rehe und Kaninchen bevorzugen diese Sorte. 'Nui' gedeiht deutlich besser in Böden mit mindestens 10 % Humus-Anteil. In den ersten Standjahren sollten alle bodennahen Triebe entfernt werden, um einen aufrechten Wuchs anzuregen.